Ein Prompt ist keine Suchanfrage, sondern ein Arbeitsauftrag. Je vollständiger der Auftrag, desto brauchbarer das Ergebnis. Sechs Bausteine reichen für fast jede Aufgabe.
Die Rolle legt Perspektive und Sprachniveau fest. Sie ist besonders wirksam, wenn ein Fachgebiet gemeint ist, das eine eigene Sprache hat.
Du bist Steuerfachangestellte und erklärst einem Handwerksbetrieb ohne Vorkenntnisse.
Nicht sinnvoll ist eine Rolle, die Fachwissen vortäuscht, das geprüft werden müsste – etwa „Du bist Rechtsanwalt". Das Modell wird dadurch nicht rechtssicher, sondern nur selbstbewusster im Ton.
Ein Verb, ein Objekt, ein messbares Ziel. Unklare Aufgaben („mach was Gutes daraus") erzeugen unklare Ergebnisse.
Alles, was das Modell nicht wissen kann: Zielgruppe, Anlass, Vorgeschichte, interne Begriffe, bestehende Unterlagen. Kontext ist der Baustein mit der größten Wirkung – und der, der am häufigsten fehlt.
Kontext: Der Kunde hat vor drei Wochen ein Angebot über eine neue Firewall erhalten
und bisher nicht reagiert. Er ist seit 2019 Kunde, zuletzt gab es eine Reklamation
wegen einer verspäteten Lieferung.
Wie soll die Antwort aussehen? Länge, Struktur, Sprache, Anrede, Dateiformat. Ohne Vorgabe wählt das Modell selbst – meist zu lang und mit Einleitungsfloskeln.
Format: Stichpunktliste mit höchstens fünf Punkten, je Punkt maximal 15 Wörter.
Keine Einleitung, kein Fazit. Sprache: Deutsch, Sie-Form.
Ein einziges Beispiel für das gewünschte Ergebnis wirkt oft stärker als drei Absätze Beschreibung. Das gilt besonders für wiederkehrende Aufgaben mit fester Struktur.
Beispiel für die gewünschte Form:
Betreff: Wartungsfenster am 14.03., 20–22 Uhr
Guten Tag Herr Meyer,
am Donnerstag, 14.03., aktualisieren wir zwischen 20 und 22 Uhr Ihren Server …
Was das Modell ausdrücklich nicht tun soll. Das verhindert einen Großteil unbrauchbarer Antworten.
Rolle: Du bist Servicetechniker eines IT-Systemhauses.
Aufgabe: Formuliere eine Antwort auf die untenstehende Kundenmail.
Kontext: Der Kunde meldet, dass der Drucker im Büro seit heute nicht mehr erreichbar ist.
Ein Vor-Ort-Termin ist frühestens übermorgen möglich, Fernwartung heute ab 15 Uhr.
Format: E-Mail, Sie-Form, höchstens 120 Wörter, mit Betreffzeile.
Beispielton: sachlich, lösungsorientiert, kein Bedauern in Floskelform.
Abgrenzung: Keine Zusagen zu Kosten. Wenn Informationen fehlen, stelle höchstens eine Rückfrage.
Kundenmail:
"…"
Die Reihenfolge ist weitgehend frei, sollte aber innerhalb eines Unternehmens einheitlich sein – so lassen sich Prompts leichter wiederverwenden. Zu lange Prompts schaden nicht grundsätzlich, verwässern aber die Aufgabe, wenn sie Nebensächlichkeiten enthalten.